2026 Grüpplitörn Kroatien

Samstag, 16. Mai 2026 Marina Baotić Trogir

Nach der dritten Meldung zum verspäteten Abflug von Edelweiss Flug WK 438 nach Split, finden sich fünf von sechs Paaren nach dem Mittag in der By By Bar im Flughafen Kloten ein. Das sechste Paar war derweil bereits am Zielort in Trogir angekommen, waren sie ja auch bereits am Mittwoch mit dem Auto losgefahren. 13:45 Uhr startete das Boarding und so konnten die Passagiere der vorderen Sitzreihen bald einmal Platz nehmen. Die freundliche Stewardess begann sogleich mit den Instruktionen für die Passagiere vor dem Notausstieg, was leider nicht lange dauerte da sie durch eine Cockpitdurchsage unterbrochen wurde. "Sehr geehrte Fluggäste, der Flughafen Split ist nach einem Zwischenfall für unbestimmte Zeit geschlossen, wir bitten sie das Flugzeug zu verlassen und weitere Durchsagen zum Flug abzuwarten". Das fing ja schon mal gut an.

Wie zwischenzeitlich aus den Medien zu erfahren war (20 Minuten sprach als erstes mit der Leiche), war in Split ein Flugzeug der Croatia Airline beim Start von der Startbahn abgekommen und ist im Rasen gelandet. Mit einer weiteren 2 stündigen Verspätung konnten wir dann um ungefähr halb Fünf Uhr in Kloten starten. Ziemlich fix sind wir dann um ungefähr 18:00 Uhr in Split gelandet, wobei auch noch das verunglückte Flugzeug am Startbahnrand gestanden ist. Dieses wird vermutlich nicht so schnell wieder in die Luft steigen.

In Split angekommen warteten bereits die vorab bestellten Taxis zur Fahrt in die Marina Baotić , wo unsere Strassencrew bereits mit den am Nachmittag getätigten Einkäufen auf uns warteten. Einmal mit Sack und Pack quer über das ganze Marina-Gelände und schon waren wir im Büro von Croatia Yachting, respektive Navigare. Wir hinterlegten das Depot (was erstaunlicherweise viel weniger war als im Vorfeld kommuniziert) und erhielten die Schiffspapiere sowie die Info wo unser 50 Fuss-Katamaran steht. Er stand zuhinterst am ersten oder letzten Steg, je nach dem wie man es sieht, war er doch mit Abstand der größte Kat des Vercharterers.

Während die Crew unter Anleitung unserer Bordfrauen die Kabinenzuteilung organisierte, erhielten Skipper und Co-Skipper eine Blitzeinweisung in den Katamaran durch einen Techniker. Die Einweisung dauerte keine Viertelstunde, was wir von den sonstigen Charteranbietern ganz anders kennen. Hoffentlich kommt das gut, dachten wir uns.

Hungrig durch die Strapazen der Anreise, machten wir uns zu vorgerückter Stunde daran, eine Lokalität für das Abend- respektive Nachtessen zu suchen. Gefunden hatten wir diese dann in der Konoba Sunčana Dalmacija, welche ungefähr fünfzehn Minuten von der Marina entfernt auf einem Campingplatz gelegen ist. Bei sehr guter kroatischer Küche und Wein, konnten wir uns langsam auf unseren gemeinsamen Törn einstimmen. 

Zurück an Bord sollte dann bald einmal Ruhe einkehren. Nur wenige hielt es noch zu einem Schwatz im großzügigen Cockpit, aber auch diese legten sich alsbald zur Nachtruhe in ihre Kojen.

Sonntag, 17. Mai 2026 Marina Martinis Marchi Maslinica

Gegen acht Uhr bereits, offenbar alle hungrig, fanden sich alle im Salon und Cockpit zum Frühstück ein. Die Betriebsstunden der mitgebrachten Kaffeemaschine schnellten
bereits am ersten Morgen in die Höhe, was uns die Erkenntnis lieferte, dass eine zweite Kaffeemaschine die Warteschlange zumindest halbiert hätte. Beim reichhaltigen Frühstück besprachen wir, was unser heutiger Zielhafen sein soll. 

Nach dem Frühstück erfolgte eine gewissenhafte Sicherheitsunterweisung aller Teilnehmer und darauf auch gleich das Briefing, respektive die Rollenzuteilung bei den An- und Ablege-Manövern. Es machte sich offenbar bezahlt, dass wir vieles bereits im Vorfeld besprochen hatten und der Ein oder die Andere bereits Kenntnisse der maritimen
Gebräuche und Regeln hatte.

Mit vollen Mägen und in Erwartung einer schönen Ferienwoche ging es kurz nach neun Uhr an das erste Ablege-Manöver, welches sowohl die Crew, Co-Skipper und Skipper mit Bravour meisterten. Adieu Marina Baotić bis nächsten Freitag.

Ungefähr zwei Stunden oder zehn Seemeilen später standen wir vor Marina Martinis Marchi Maslinica. Nachdem wir erst erfolglos per Funk über Kanal 17 versuchten das Marina Office anzufunken, wählten wir die Variante Telefon. Liegeplatz für eine Nacht kein Problem, der Vorsaison sei es gedankt. So legten wir um die Mittagszeit unser
erstes makelloses Anlegemanöver in dieser Crewzusammensetzung hin. Wie es sich gehört, belohnten wir uns indem der männliche Part ein Anlegebier genoss während
dem femininen Part Prosecco serviert wurde.

Nach dem Apero ist vor dem Apero und so ging es am Nachmittag los sich ein wenig die Füße zu vertreten und die Gegend auszukundschaften. Wetter sehr gut, Stimmung noch besser und die Umgebung perfekt für eine erste Erkundungstour. Das kleine malerische Dorf Maslinica auf der Insel Šolta mit seinen 208 Einwohnern (Stand 2011) besteht hauptsächlich aus der Marina, einigen Restaurants und kleinen Souvenir-Läden.

In Erwartung von noch mehr Chartergästen in der Marina, reservierten wir während unseres Spazierganges gegenüber unseres Liegeplatzes in der Konoba Sagitta zwei Tische für zwölf Personen zum Abendessen. Eine gut Strategie, wie sich zeigen sollte. Die Reservierung in trockenen Tüchern ging es weiter aus der Bucht raus bis zu einer Landzunge wo wir eine Beach Bar sichteten. Es war zwar geplant sich nach der Überfahrt ein wenig zu bewegen, leider war der Durst aber größer als das Gesundheitsbewusstsein und so kehrten wir, labil wie wir eben waren, auf einen Apero in die "Beach Bar Punta" ein.

La Dolce Vita in der Beach Bar wurde plötzlich jäh durch einen heranfliegenden Hubschrauber unterbrochen. Ein aus Richtung Festland kommender Hubschrauber hielt in der Bucht offenbar nach einem geeigneten Landeplatz Ausschau, was sich angesichts der vielen Masten im Hafen als schwieriges Unterfangen rausstellen sollte. Ein neuer
Landeplatz war gefragt, dieser sollte genau auf der Landzunge unserer Beach Bar sein. Der Rettungshubschrauber flog heran und setzte über dem Boden schwebend einen Flughelfer ab, mit welchem wir dann die Landzunge von Tischen, Bänken, Stühlen und einem Fotorahmen räumten.

Der Hubschrauber war kaum gelandet als aus dem Dorf kommend ein Rettungsfahrzeug anzufahren kam. Ein Patient oder Patientin wurde vom Rettungswagen in den Hubschrauber umplatziert und alsbald startete der Hubschrauber wieder in Richtung Festland. Ein Ereignis welches jedem wieder einmal vor Augen führte, wie schnell es gehen kann, dass man auf eine gut funktionierende Rettungskette angewiesen ist. Auch wenn es nicht ausgesprochen wurde, jedem kräuselten sich vermutlich die Nackenhaare und man war kurz gedanklich bei der geretteten Person.

Den Rest des Tages bis zum Abendessen verbrachten wir dann mit süßen Nichtstun auf dem Schiff. Überpünktlich fanden wir uns dann zum Abendessen in der Konoba Sagitta ein, wo wir uns durch die feine kroatische Küche schlemmten. Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte und viele weitere Leckereien wurden verzehrt. Erst in der Dunkelheit verließen wir die Konoba wieder, was uns dann vor dem Eintreffen an Bord noch den Blick auf eine schön erleuchtete Superyacht bescherte.

Den Rest des Abends verbrachten wir mit Spielen wie Klugscheißer, Schieber und zum Leidwesen des Skippers auch Bandur. Erst nach Mitternacht kehrte langsam Ruhe in unseren Katamaran "Kasper" ein. Ein gelungener erster Tag unseres Törns war zuende.

Montag, 18. Mai 2026 ACI Marina Milna

Tagwache offiziell 08:00 Uhr, effektiv bei einigen Crewmitgliedern bereits viel früher. Alles kein Problem, wir haben Ferien und einen gemütlichen Törn geplant bei welchem es nicht um eine Vielzahl Meilen geht. Unser Smutje bereitete uns heute wieder ein feines Frühstück vor. Frisches Brot, Rührei, Käse, Früchte und und und.

Nach dem Frühstück machten wir alsbald einmal die Leinen los und fuhren unter Motor aus dem Hafen in Richtung offenes Meer hinaus. Unser heutiges Ziel sollte Milna auf der Insel Brač sein, wenn möglich unter Segeln. Auch wenn es was das Segeln anbelangt nicht sehr gut aussah, kaum im offenen Gewässer angekommen rollten wir die Genua aus. Leider war unser Vorhaben nicht von Erfolg gekrönt, der Wind reichte kaum aus die Segel stehen zu lassen. Genua ein (was mit der elektrischen Winsch ein Vergnügen ist), Jockel an und Kurs Milna entlang der Südküste von Solta.

Nachmittags hatten wir die fünfzehn Seemeilen unter Motor abgespult und liefen in das Hafenbecken von Milna ein. Telefonisch hatten wir uns im Vorfeld bei der ACI Marina angemeldet, weshalb wir davon ausgingen, dass es sich beim freundlich zuwinkenden Marinero um einen Angestellten der ACI Marina handelt. Dies sollte sich nach
einem perfekten Anlegemanöver aber als Irrtum herausstellen, welchem wir erst durch die Äußerung des Marineros, wonach es weder Wasser noch Strom gäbe auf die Schliche kamen. Nö, das machen wir nicht, Leinen los und die ACI Marina weiter hinten in der Bucht suchen.

Auch das zweite Anlegemanöver in der ACI hatte unter Einweisung des Co-Skippers und unserer gut eingespielten Crew wieder perfekt geklappt. Mooring- Achterleinen und Landstrom, schon waren wir bereit für eine Nacht in Milna zu logieren.

Die obligaten Anlegegetränke intus, machten wir uns schon bald einmal auf im Städtchen die Einkaufsmöglichkeiten abzuchecken. Für heute Abend war kochen an Bord angesagt und dafür benötigte der Smutje noch einige Zutaten welche es zu beschaffen galt. Nach einem kleineren Spaziergang spaltete sich die Gruppe und ein Teil spazierte weiter während die andern sich ob der hohen Temperaturen einen kühlenden Apero genehmigten.

Auf dem Rückweg zum Schiff wurden dann die benötigten Einkäufe getätigt, so waren unsere Smutje dann bereit unser Nachtessen mitsamt Dessert zu kredenzen, was ihm sichtlich Spaß und uns Genuss zu bereiten schien. Es folgte ein weiterer Abend an Bord von Kasper, mit Spielen und angeregten Gesprächen in gemütlicher Runde. Das spaßeshalber als Sozialstudie betitelte "Projekt schien aufzugehen. Nachtruhe kehrte erst weit nach Mitternacht im Schiff ein.

Dienstag, 19. Mai 2026 Luka Stari Grad

Tagwache 08:00 Uhr, heute hatten wir eine Abfahrt um 09:00 geplant da es danach aussah, dass wir endlich Segeln können. Mit einer kleinen Verzögerung machten wir
um 09:15 Uhr in Milna die Leinen los. Zum Hafen raus um die Landzunge rum und in Richtung offenes Meer. Aus der Abdeckung raus und da war er tatsächlich der angesagte Wind in einer Stärke von leicht über 20 Knoten. Mit leicht gereffter Genua segelten wir gemütlich auf die Insel Hvar, respektive die Ortschaft Stari Grad zu.

Gegen 15:00 Uhr machten wir eingangs der Bucht zu Stari Grad die Motoren an und liefen langsam den Hafen an. Der Verkehr auf dem Wasser nahm zu, immer mehr Jachten fuhren plötzlich Richtung Hafen. Auch die Windböen wurden zeitweise immer stärker und zu allem Elend brachte auch noch ein grosses Passagierschiff seinen Anker mitten in der Hafeneinfahrt aus und drehte mit dem Heck zum Land. Ähnlich Bienen in einem Bienenstock fuhren mehrere Jachten Backbord und Steuerbord am ankernden Passagierschiff vorbei, wir warteten derweil bis wir sicher waren, dass wir dem grossen Pott nicht in die Quere kamen.

Den Pott umschifft näherten wir uns dem Ende der Bucht, in welcher wir freie Liegeplätze vermuteten. Tatsächlich, mehrere freie Plätze neben einigen bereits festgemachten Katamaranen und ein Marinero stand auch bereit und winkte uns zu. Wunderbar sollte man meinen. Denkste, just in dem Moment in welchem unser Heck
zur Pier drehen frischt der Wind in Böen bis 25 Knoten auf. Dies wäre ja grundsätzlich kein Problem, wäre da nicht der Marinero der partout nicht auf unsere Anweisung hören will und anstatt die Luv eben die Lee-Mooring anhebt. Es kommt was kommen muss, wir sind zwar festgemacht, haben uns aber die Pilotleine in der Welle eingefangen.

Vielen Dank für gar nichts dem Marinero, kaum hatte er unsere Schiffspapiere machte er sich vom Acker und unsere verfangene Pilotleine interessierte ihn nicht mehr. Kurzentschlossen stürzten sich unser wagemutige Smutje und der Co-Skipper in die eisigen Fluten und versuchten  die Welle respektive die Schraube von der Leine zu befreien. Leider erfolglos, es blieb weiter nichts als einen professionellen Taucher zu bestellen. Für schlappe 100 €uronen wurde das Malheur beseitigt, böse Zungen behaupten, dass die Taucherei im Hafen von Stari Grad ganz lukrativ sein kann.

Nichts desto Trotz liessen wir uns das Anlegegetränk nicht vermiesen und genossen (noch vor erscheinen des Tauchers) den Apero im Cockpit unserer Lagoon 50. Auch wenn sie so ein zwei Marotten hat, ein tolles Schiff.

Nach dem Taucheinsatz ging es daran den Ort und/oder die Umgebung zu erkunden. Während einzelne Paare einen längeren Spaziergang machten, hielten andere Ausschau nach Shopingmöglichkeiten und Gourmettempel. So kam es, dass unser Smutje und Chefkoch das beste Restaurant im Ort lokalisierte und auch gleich zum
Abendessen für uns reservierte.

Das Abendessen im "Restaurant Vala" war einmal mehr ein Hochgenuss. Bei gutem Essen, guten Wein und allerbester Gesellschaft liessen wir es uns an diesem Abend so richtig gut gehen. Fasten konnten wir ja zuhause wieder. Erst nach Einbruch der Dunkelheit hatten wir das Lokal verlassen um den lauen Abend noch im Cockpit und im Salon ausklingen zu lassen.

Mittwoch, 20. Mai 2026 ACI Marina Palmižana

Auch heute war wieder so um 08:00 Uhr Tagwache, auch wenn der ein oder die andere bereits früher wach war um die Morgenstille oder auch nur ein Rauchopfer zu geniessen. Angesagt war für heute zu den Paklinski-Inseln zu segeln, sofern der Wind ausreicht und die Richtung stimmt. Als erstes war aber ein Schifferfrühstück angesagt, auf dieses freute sich der Skipper jeden Morgen (und vermutlich nicht nur der Skipper). Eier, Speck, Müsli, Fleisch, Früchte und und und zauberte unser Smutje aus dem Hut.

Irgendwann nach 09:00 Uhr machten wir die Leinen in Stari Grad los und machten uns auf die fünfzehn Seemeilen lange Reise zur Bucht Palmižana auf den Paklinski-Inseln.
Wie befürchtet (oder wie bei windy.com prophezeit) war der Wind derart lau, dass an Segeln nicht zu denken war. Kein Problem, zogen wir eben die eisernen Segel auf.

In gemütlicher Marschfahrt tuckerten wir um den westlichsten Punkt der Insel Hvar herum, um dann entlang der Südseite die Palmižana-Bucht auf der Nachbarinsel Paklinski anzusteuern. Während die Mehrheit unserer Frauen die Sonne auf dem Promenadendeck genossen, taten dies die restliche Crew auf der Liegefläche der Flybridge.

Einmal mehr verging die Zeit wie im Fluge und so standen wir um die Mittagszeit rum bereits an der Einfahrt zur Bucht. Da wir der Meinung waren, in der Bucht befinde sich noch ein Bojenfeld, waren wir überrascht, nur gerade die ACI Marina vorzufinden. Wie sich später rausstellen sollte, befindet sich das erwartete Bojenfeld genau auf der
gegenüberliegenden Seite der Insel. Nicht wählerisch wie wir eben sind, haben wir vom Angebot des jungen Hafenmeisters gebrauch gemacht und sogleich den ersten
Platz am Hauptsteg der Marina belegt. Einmal mehr kam es uns zugute, dass wir bereits früh einen Liegeplatz für die Nacht belegten. Trotz Vorsaison war der Hafen je später desto belegter.

Nach dem obligaten Anlegegetränk machten wir uns bald einmal auf die Insel zu erkunden, dies vordergründig mit dem Ziel, endlich auch einmal ein erfrischendes Bad zu nehmen. Die nur gerade 10 Minuten entfernte Badebucht, offenbarte sich darauf als die vorgängig erwartete Bucht mit dem Bojenfeld. Angesichts der dicht beieinander liegenden Bojen war es dem Skipper nur Recht, dass wir die Option Marina gewählt hatten.

Bereits der Weg zur Badebucht war es Wert diese Insel zu besuchen. Er führte durch einen einem Dschungel ähnelnden Wald, gesäumt von Kakteen, Palmen und Pinien. Ab und an waren die Schrei von Pfauen zu hören auf einer Wiese weideten Esel.

In der Bucht angekommen dann der Kulturschock. Die Bucht dicht belegt mit Booten, ein kunterbuntes Treiben mit Badetouristen und ständig fuhren wieder Boote ein welche noch weitere Badetouristen brachten. Gott sei Dank, dass unser Nachtlager auf der anderen Inselseite liegt.

Nach dem strapaziösen Fussmarsch (in Badeschlarpen kann ein solcher recht anstregend sein :-) warf sich letztendlich die komplette Besatzung der Kasper in die erfrischenden Fluten. Allesamt genossen wir ein ausführliches Bad im Meer, ehe es zu vorgerückter Stunde zum Apero in eine Beach Bar ging. So lässt es sich eben leben.

Nach der Rückkehr vom Badeausflug, begaben sich die meisten erst mal zu den Sanitärräumen, um sich das Salzwasser von der Haut zu waschen und sich langsam auch für das Dinner fein zu machen. Mangels Auswahl an guten Restaurants (unser Profi-Smutje hatte dies selbstverständlich bereits abgecheckt) und noch reichlich vorhandenen Vorräten, sollte der Tag enden wie er angefangen hatte. Nämlich verköstigt durch unseren Smutje.

Zum Abendessen gab es Pilzrisotto, welches bis auf das letzte Reiskorn weggeputzt worden ist. Lecker, lecker. Den Abend verbrachten wir wie die andern Abende mit Spielen, Gesprächen und süssem Nichtstun. Einfach ein friedlicher Abend in einer guten Runde, weshalb bereits ein wenig Wehmut aufkam, ob dem Wissen, dass es anderntags bereits wieder Richtung Ausgangshafen gehen wird.

Donnerstag, 21. Mai 2026 ACI Marina Trogir

Ein weiblicher zwölftel der Crew, auferlegte sich selbst eine sehr frühe Tagwache. Idee dahinter war, dass Frau den Sonnenaufgang über der Bucht fotografieren wollte. Das Resultat dieses Unterfangens darf nun auch diesen Reisebericht zieren, wie die nachfolgenden Aufnahmen zeigen.

Die freudige Erwartung auf Kaffee und ein reichhaltiges Frühstück liess gegen 08:00 Uhr auch die letzten Langschläfer aus beiden Rümpfen ans Tagelslicht kriechen. Da für heute rund 26 Seemeilen gegenan anstanden, machten wir uns schon bald nach dem Frühstück auf in Richtung Trogir. Nachdem wir einmal mehr ein perfektes Ablegemanöver hingelegt hatten, verliessen wir die Palmižana-Bucht und hielten Kurs 330°.

Mit Wind und Welle gegenan, war motoren angesagt. Wie üblich, machten es sich die meisten auf den Sitzbänken und dem Trampolin im Bugbereich bequem. Aber nicht lange, sehr schnell zeigte sich, dass es eher eine nasse Überfahrt werden wird. Sehr schnell verlegte man sich dann ins windgeschützte Cockpit oder auf die Liegefläche der Flybridge. Selbst auf der Fly landete aber ab und an mal ein wenig Spritzwasser auf der Brille. Dieser letzte Schlag war wohl so etwas wie die Feuertaufe für die Crew, war  es doch das erste mal, dass wir auf diesem Törn ein wenig mehr Wellengang hatten. Die Crew war Seefest, keine grünen Nasen und keine Übelkeit.

Nach fünfeinhalb Stunden Fahrt, erreichten wir um 14:30 Uhr unser Ziel die ACI Marina Trogir. Die Idee war es hier zu übernachten, weil wir so näher an der Altstadt von Trogir waren wo die Frauen Shoppen und die Männer Abendessen wollten. Perfektes Anlegemanöver, Anlegebier schick machen für den Ausgang und los ging es in die
Altstadt.

Das Abendessen genossen wir im Restaurant Tragos in der Altstadt von Trogir. Einmal mehr eine ausgezeichnete Wahl, die kroatische Küche mundete allen und auch das kulturelle sollte nicht zu kurz kommen. So wurde uns schliesslich zwischen den Gängen auch noch kroatische Folklore vorgetragen, was perfekt in die Atmosphäre des Restaurants passte. 

Den Rest des Abends genossen wir an Bord, war es leider bereits unser zweitletzer Abend an Bord von Kasper.

Freitag, 22. Mai 2026 Marina Baotić Trogir

Für alle welche konnten war Ausschlafen angesagt, viele waren es nicht und so wurde die Kaffeemaschine bereits um acht Uhr vor dem Frühstück gefordert. War es die Lust auf Frühstück oder die Vorfreude auf unser heutiges Ausflugsziel Split welche unser Grüppchen anspornte? Mann/Frau wusste es nicht.

Nach dem Frühstück bei welchem wir eine regelrechte "Ausputzetä" veranstalteten, machte sich der Skipper ein letztes Mal mit der Zahlmeisterin zum Marina Office auf um
die Liegegebühr zu entrichten. Die Höhe der Liegegebühr raubte Zahlmeisterin und Skipper beinahe den Atem, verlangte die junge Dame im Office doch tatsächlich
352 €uronen für die Übernachtung in der Vorsaison :-(  Mit leerer Bordkasse kehrten wir an Bord zurück, wo man sich bereits zum Ablegen vorbereitete.

Wie alle auf ihren Posten waren, machten wir die Leinen los und verschoben uns zur Tankstelle bei unserem Ausgangshafen. Wie nicht anders zu erwarten frischte natürlich
der Wind auf und wollte uns ärgern. Es gelang ihm nicht, im Gegenteil wir nutzten ihn zu einem perfekten seitlichen Anlegemanöver am Tanksteg. 86 Liter später und 180 €uronen ärmer machten wir ein letztes Mal die Leinen los und verlegten uns in den Ausgangshafen Marina  Baotić.

Nachmittags machten wir uns auf per ÖV nach Split zu fahren. Normalerweise ein Unterfangen von ungefähr 45 Minuten, es sei den unser Grüppchen ist unterwegs, dann kann es schon einmal doppelt so lange dauern. So geschah es, dass unser Bus ungefähr auf halber Strecke nach Split plötzlich ausserplanmässig stoppte. Der Busfahrer stieg aus und hantierte an den Türen, welche offenbar nicht mehr richtig schliessten. Dies wiederholte sich ein weiteres mal bis es hiess "bitte verlassen sie den Bus, er fährt nicht weiter. Ersatz ist bestellt". Ein Dejavue, das hatten wir bereits letzten Samstag im Flugzeug. Immerhin, der angekündigte aber völlig überfüllte Ersatz traff eine halbe Stunde später ein und so kamen wir doch noch nach Split.

In Split angekommen gab es erst einmal eine Erfrischung und einen grösseren Snack in der Pizzeria Portas. Interessant, oft schmecken Pizzas in Kroatien besser als in dem Land aus welchem sie eigentlich stammen. So auch hier, was uns sehr zu gefallen war. Nach der Stärkung respektive Erfrischung trennte man sich und ging entweder dem Shoppen oder dem Weitertrinken nach.

Gegen Abend fand sich das ganze Grüppchen zum Abendessen auf dem Splitter "Markusplatz" im Bajamonti Pizza, Steak & Fish House ein. Einmal mehr konnten wir eine
fantastische kroatische Küche geniessen. Gutes Essen, feinster Wein und eine phänomenale Aussicht sollten unserem Grüppchentörn zum Abschluss die Krone aufsetzen.

Gegen Mitternacht waren wir zurück an Bord der Kasper. Nun war es soweit, die letzte Nacht an Bord. Morgen sollte es zurück in die Heimat gehen. Eine schöne Woche mit
unserem Grüppchen ist leider zuende. Für mich ging mit dieser Reise oder diesem Törn ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung, mit guten Freunden etwas zu unternehmen.
Es war stets eine tolle Stimmung, jeder trug mit seinen speziellen Fähigkeiten zum guten Gelingen des Törns bei und vor allem, wir blieben schadlos (bis auf eine kleine Ausnahme) und gesund. Danke Euch allen, ich hoffe Ihr habt es genauso genossen wie ich.